Orison Swett Mardens "Wohlstand - Wie man ihn anzieht" entfaltet eine programmatische Lehre des Erfolgs, in der materielle Fülle als Ergebnis von Charakterbildung, geistiger Ausrichtung und beharrlicher Arbeit verstanden wird. Stilistisch verbindet das Buch den aphoristischen Ton amerikanischer Selbsthilfeliteratur mit moralphilosophischer Ermahnung und praktischer Lebensführung. Im Kontext der New-Thought-Bewegung und der aufstrebenden Erfolgskultur des frühen 20. Jahrhunderts liest es sich als Plädoyer für Optimismus, Selbstdisziplin und die schöpferische Macht des Denkens. Marden, 1850 in New Hampshire geboren, kannte Entbehrung aus eigener Erfahrung: Nach einer schwierigen Jugend arbeitete er sich durch Studium, Unternehmertum und publizistische Tätigkeit empor. Als Gründer der Zeitschrift "Success" wurde er zu einer maßgeblichen Stimme der amerikanischen Motivationsliteratur. Seine Biographie erklärt die Grundspannung dieses Buches: Wohlstand erscheint nicht als Zufall, sondern als sittlich und psychologisch vorbereiteter Zustand. Empfohlen sei dieses Werk Lesern, die historische Selbsthilfeliteratur nicht nur als Ratgeber, sondern als kulturgeschichtliches Dokument verstehen möchten. Es bietet keine nüchterne Ökonomie, sondern eine Ethik der Zuversicht, deren zentrale Frage bis heute reizvoll bleibt: Wie formt der Mensch durch Denken, Haltung und Handeln seine Lebensmöglichkeiten?
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