Vampyrismus

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Bol Vampyrismus ist eine aufklärerische Untersuchung jener Berichte über Wiedergänger, Blutsauger und angeblich unverweste Leichname, die im 18. Jahrhundert besonders in den habsburgischen Grenzgebieten kursierten. Der Text verbindet medizinische Beobachtung, juristische Nüchternheit und polemische Vernunftkritik: An die Stelle dämonologischer Erklärung treten Fragen nach Fäulnisprozessen, Zeugenaussagen, Angst, Aberglauben und behördlicher Fehlpraxis. Literarisch steht die Schrift weniger in der Tradition der Schauererzählung als im Kontext der europäischen Aufklärung, wo sie das Wunderbare entzaubert und die Sprache der Gelehrsamkeit gegen volkstümliche Panik einsetzt. Gerard van Swieten, Leibarzt Maria Theresias, Reformator des österreichischen Medizinalwesens und Schüler Boerhaaves, war prädestiniert, ein solches Thema zu behandeln. Seine Nähe zum Hof, seine klinische Ausbildung und sein Interesse an staatlich geordneter Wissenschaft führten ihn dazu, vermeintliche Vampire nicht als metaphysisches Problem, sondern als Gegenstand empirischer Prüfung und öffentlicher Vernunft zu betrachten. Die Schrift spiegelt damit auch den politischen Willen, Aberglauben durch Verwaltung, Medizin und Bildung einzudämmen. Empfohlen sei Vampyrismus allen Leserinnen und Lesern, die die Vorgeschichte der Vampirliteratur jenseits romantischer Fiktion verstehen möchten. Das Buch zeigt, wie eng Medizin-, Kultur- und Rechtsgeschichte miteinander verbunden sind, und macht sichtbar, dass der Vampir lange vor Dracula ein Prüfstein der europäischen Vernunft war.

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Vampyrismus ist eine aufklärerische Untersuchung jener Berichte über Wiedergänger, Blutsauger und angeblich unverweste Leichname, die im 18. Jahrhundert besonders in den habsburgischen Grenzgebieten kursierten. Der Text verbindet medizinische Beobachtung, juristische Nüchternheit und polemische Vernunftkritik: An die Stelle dämonologischer Erklärung treten Fragen nach Fäulnisprozessen, Zeugenaussagen, Angst, Aberglauben und behördlicher Fehlpraxis. Literarisch steht die Schrift weniger in der Tradition der Schauererzählung als im Kontext der europäischen Aufklärung, wo sie das Wunderbare entzaubert und die Sprache der Gelehrsamkeit gegen volkstümliche Panik einsetzt. Gerard van Swieten, Leibarzt Maria Theresias, Reformator des österreichischen Medizinalwesens und Schüler Boerhaaves, war prädestiniert, ein solches Thema zu behandeln. Seine Nähe zum Hof, seine klinische Ausbildung und sein Interesse an staatlich geordneter Wissenschaft führten ihn dazu, vermeintliche Vampire nicht als metaphysisches Problem, sondern als Gegenstand empirischer Prüfung und öffentlicher Vernunft zu betrachten. Die Schrift spiegelt damit auch den politischen Willen, Aberglauben durch Verwaltung, Medizin und Bildung einzudämmen. Empfohlen sei Vampyrismus allen Leserinnen und Lesern, die die Vorgeschichte der Vampirliteratur jenseits romantischer Fiktion verstehen möchten. Das Buch zeigt, wie eng Medizin-, Kultur- und Rechtsgeschichte miteinander verbunden sind, und macht sichtbar, dass der Vampir lange vor Dracula ein Prüfstein der europäischen Vernunft war.


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  • 9788028354152
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