Tropen

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Bol Tropen, 1915 erschienen und programmatisch als Mythos der Reise angelegt, führt in den südamerikanischen Urwald, wo eine Expedition weniger geographische Erkenntnis als eine radikale Prüfung europäischer Wahrnehmungs- und Herrschaftsformen erfährt. In der Figur des Ingenieurs und in den Begegnungen mit Fremde, Körperlichkeit und Gewalt verbindet der Roman Abenteuerstoff mit erkenntnistheoretischer Spekulation. Müllers Stil ist dicht, nervös, metaphorisch überladen und gehört in den Umkreis des österreichischen Expressionismus, zugleich aber auch zur kolonialkritisch gebrochenen Moderne. Robert Müller, 1887 in Wien geboren und 1924 gestorben, war Schriftsteller, Publizist und ein intellektueller Grenzgänger der frühen Moderne. Seine Beschäftigung mit Nietzsche, Vitalismus, Technik, Großstadt, Fremdheit und außereuropäischen Kulturräumen prägt Tropen nachhaltig. Reiseerfahrungen, journalistische Tätigkeit und die Krisenerfahrung einer Epoche, die Fortschritt und Barbarei zugleich hervorbrachte, ließen ihn den exotischen Schauplatz nicht als bloße Kulisse, sondern als Denkraum verwenden. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die in der Literatur nicht nur Handlung, sondern geistige Spannung suchen. Tropen ist ein anspruchsvoller, bisweilen verstörender Roman über Zivilisation, Identität und die Grenzen rationaler Ordnung. Wer die experimentelle Prosa der Moderne, ihre Sprachintensität und ihre ambivalente Auseinandersetzung mit dem Fremden verstehen will, findet hier ein bedeutendes, lange unterschätztes Werk.

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Tropen, 1915 erschienen und programmatisch als Mythos der Reise angelegt, führt in den südamerikanischen Urwald, wo eine Expedition weniger geographische Erkenntnis als eine radikale Prüfung europäischer Wahrnehmungs- und Herrschaftsformen erfährt. In der Figur des Ingenieurs und in den Begegnungen mit Fremde, Körperlichkeit und Gewalt verbindet der Roman Abenteuerstoff mit erkenntnistheoretischer Spekulation. Müllers Stil ist dicht, nervös, metaphorisch überladen und gehört in den Umkreis des österreichischen Expressionismus, zugleich aber auch zur kolonialkritisch gebrochenen Moderne. Robert Müller, 1887 in Wien geboren und 1924 gestorben, war Schriftsteller, Publizist und ein intellektueller Grenzgänger der frühen Moderne. Seine Beschäftigung mit Nietzsche, Vitalismus, Technik, Großstadt, Fremdheit und außereuropäischen Kulturräumen prägt Tropen nachhaltig. Reiseerfahrungen, journalistische Tätigkeit und die Krisenerfahrung einer Epoche, die Fortschritt und Barbarei zugleich hervorbrachte, ließen ihn den exotischen Schauplatz nicht als bloße Kulisse, sondern als Denkraum verwenden. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die in der Literatur nicht nur Handlung, sondern geistige Spannung suchen. Tropen ist ein anspruchsvoller, bisweilen verstörender Roman über Zivilisation, Identität und die Grenzen rationaler Ordnung. Wer die experimentelle Prosa der Moderne, ihre Sprachintensität und ihre ambivalente Auseinandersetzung mit dem Fremden verstehen will, findet hier ein bedeutendes, lange unterschätztes Werk.


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  • 9788028346911
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