Teleny oder Die Kehrseite der Medaille
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"Teleny oder Die Kehrseite der Medaille" ist ein fin-de-siècle-Roman von bemerkenswerter Kühnheit, der eine leidenschaftliche, tragisch grundierte Beziehung zwischen dem jungen Camille des Grieux und dem ungarischen Pianisten René Teleny entfaltet. In melodramatischer, symbolistisch aufgeladener Prosa verbindet der Text erotische Direktheit mit Motiven der Dekadenz, des Geheimnisses und der gesellschaftlichen Ächtung. Innerhalb der Literatur der 1890er Jahre steht er an der Schnittstelle von ästhetizistischer Sensibilität, pornographischer Untergrundtradition und früher homosexueller Selbstvergewisserung. Oscar Wilde, dessen Autorschaft bis heute nicht zweifelsfrei gesichert ist, bildet dennoch den naheliegenden geistigen Horizont dieses Werkes: seine Nähe zum Ästhetizismus, seine Faszination für Schönheit, Maskerade und moralische Doppeldeutigkeit sowie seine eigene Erfahrung mit den repressiven Sexualnormen des viktorianischen England. Ob als möglicher Mitautor, inspirierende Figur oder Projektionsfläche einer geheimen literarischen Gemeinschaft gelesen, Wilde verleiht dem Text eine kulturhistorische Schärfe, die über bloße Skandalliteratur hinausweist. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die sich für Dekadenzliteratur, Queer History und die verborgenen Archive der Moderne interessieren. Es ist kein bequemes Werk, doch gerade seine Spannung zwischen Begehren, Kunst und Verbot macht es zu einem aufschlussreichen Dokument literarischer und sexueller Grenzüberschreitung.
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"Teleny oder Die Kehrseite der Medaille" ist ein fin-de-siècle-Roman von bemerkenswerter Kühnheit, der eine leidenschaftliche, tragisch grundierte Beziehung zwischen dem jungen Camille des Grieux und dem ungarischen Pianisten René Teleny entfaltet. In melodramatischer, symbolistisch aufgeladener Prosa verbindet der Text erotische Direktheit mit Motiven der Dekadenz, des Geheimnisses und der gesellschaftlichen Ächtung. Innerhalb der Literatur der 1890er Jahre steht er an der Schnittstelle von ästhetizistischer Sensibilität, pornographischer Untergrundtradition und früher homosexueller Selbstvergewisserung. Oscar Wilde, dessen Autorschaft bis heute nicht zweifelsfrei gesichert ist, bildet dennoch den naheliegenden geistigen Horizont dieses Werkes: seine Nähe zum Ästhetizismus, seine Faszination für Schönheit, Maskerade und moralische Doppeldeutigkeit sowie seine eigene Erfahrung mit den repressiven Sexualnormen des viktorianischen England. Ob als möglicher Mitautor, inspirierende Figur oder Projektionsfläche einer geheimen literarischen Gemeinschaft gelesen, Wilde verleiht dem Text eine kulturhistorische Schärfe, die über bloße Skandalliteratur hinausweist. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die sich für Dekadenzliteratur, Queer History und die verborgenen Archive der Moderne interessieren. Es ist kein bequemes Werk, doch gerade seine Spannung zwischen Begehren, Kunst und Verbot macht es zu einem aufschlussreichen Dokument literarischer und sexueller Grenzüberschreitung.
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