Russkij Mir und Anderer Anfang
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Beschrijving
Bol
Dieser Band gliedert sich in drei Teile: Teil I beschäftigt sich mit Alexander Dugin als ideologischem Akteur. Genauer beleuchtet sie dabei das geistige Milieu seines Denkens (die Konservative Revolution), seine eurasische Ideologie als expansiven Imperialismus und seinen Antisemitismus. Teil II konzentriert sich auf Dugins philosophisches Einführungsbuch Martin Heidegger: The Philosophy of Another Beginning (2014), das, basierend auf Martin Chajdegger: Filosofija drugogo načala (2010), aus dem Russischen in die englische Sprache übersetzt worden ist. Teil III schließlich beinhaltet zwei Themenblöcke: Er ist zum einen der Kritik der philosophischen Grundlage Dugins gewidmet. Diese ist eindeutig Heideggers Fundamentalontologie. Der zweite Block ist eine kritische Analyse von Heideggers Philosophie des Todes, von der sich bemerkenswerte Parallelen zu Dugins Denken aufzeigen lassen. Der Zusammenhang zwischen dem eher allgemein gehaltenen ersten Teil und den sich auf Dugins Heidegger-Rezeption konzentrierenden Teilen II und III ergibt sich daraus, dass Dugins Theoriebildung – wie auch das Denken Martin Heideggers – eminent politisch ist. Der Autor Paul Klingenberg hat Philosophie an der Karl-Franzens-Universität Graz studiert und er ist dort als Publizist und Verleger von Literatur und Lyrik tätig. Die Arbeit befasst sich kritisch mit der Heidegger-Rezeption des Ideologen Aleksandr Dugin. Im Gegensatz zu anderen Interpretationen zeigt Klingenbergs Arbeit auf, dass Dugin ein profunder Kenner von Heideggers Werk ist, das sich auch durch Dugins Vermittlung als hochgradig anschlussfähig für den russischen Faschismus erweist. Zugleich kann eine Kritik dieser Rezeption zu einer Korrektur der in der westlichen Philosophie immer noch wirkmächtigen Apologie eines gewaltsamen, unrettbar mit dem Nationalsozialismus verstrickten Denkens beitragen. Von der „offiziellen“ oder besser gesagt ernstzunehmenden russischen Philosophie wurde Dugins ausführliche Darstellung von Heideggers Philosophie kaum beachtet oder als unseriös abgelehnt. Von daher ist es zu begrüßen, wenn hier eine Arbeit vorgelegt wird, die im Gegensatz zu einer weitgehend positiven Heidegger-Rezeption und -Interpretation in Westeuropa und auch in Russland, wo diese aufgrund der kulturpolitischen Situation in der Sowjetunion erst relativ spät einsetzt, eine Linie in Heideggers Denken aufzeigt, die dessen „völkische“ und latent nationalsozialistische Einstellung nicht als Verirrung oder zeitlich bedingte Einstellung bis zu seiner „Kehre“ einschätzt, sondern als einen Wesenszug seiner grundsätzlich antimodernen, im Grunde faschistischen Philosophie herausarbeitet. (Wolfgang Eismann)
Dieser Band gliedert sich in drei Teile: Teil I beschäftigt sich mit Alexander Dugin als ideologischem Akteur. Genauer beleuchtet sie dabei das geistige Milieu seines Denkens (die Konservative Revolution), seine eurasische Ideologie als expansiven Imperialismus und seinen Antisemitismus. Teil II konzentriert sich auf Dugins philosophisches Einführungsbuch Martin Heidegger: The Philosophy of Another Beginning (2014), das, basierend auf Martin Chajdegger: Filosofija drugogo načala (2010), aus dem Russischen in die englische Sprache übersetzt worden ist. Teil III schließlich beinhaltet zwei Themenblöcke: Er ist zum einen der Kritik der philosophischen Grundlage Dugins gewidmet. Diese ist eindeutig Heideggers Fundamentalontologie. Der zweite Block ist eine kritische Analyse von Heideggers Philosophie des Todes, von der sich bemerkenswerte Parallelen zu Dugins Denken aufzeigen lassen. Der Zusammenhang zwischen dem eher allgemein gehaltenen ersten Teil und den sich auf Dugins Heidegger-Rezeption konzentrierenden Teilen II und III ergibt sich daraus, dass Dugins Theoriebildung – wie auch das Denken Martin Heideggers – eminent politisch ist. Der Autor Paul Klingenberg hat Philosophie an der Karl-Franzens-Universität Graz studiert und er ist dort als Publizist und Verleger von Literatur und Lyrik tätig. Die Arbeit befasst sich kritisch mit der Heidegger-Rezeption des Ideologen Aleksandr Dugin. Im Gegensatz zu anderen Interpretationen zeigt Klingenbergs Arbeit auf, dass Dugin ein profunder Kenner von Heideggers Werk ist, das sich auch durch Dugins Vermittlung als hochgradig anschlussfähig für den russischen Faschismus erweist. Zugleich kann eine Kritik dieser Rezeption zu einer Korrektur der in der westlichen Philosophie immer noch wirkmächtigen Apologie eines gewaltsamen, unrettbar mit dem Nationalsozialismus verstrickten Denkens beitragen. Von der „offiziellen“ oder besser gesagt ernstzunehmenden russischen Philosophie wurde Dugins ausführliche Darstellung von Heideggers Philosophie kaum beachtet oder als unseriös abgelehnt. Von daher ist es zu begrüßen, wenn hier eine Arbeit vorgelegt wird, die im Gegensatz zu einer weitgehend positiven Heidegger-Rezeption und -Interpretation in Westeuropa und auch in Russland, wo diese aufgrund der kulturpolitischen Situation in der Sowjetunion erst relativ spät einsetzt, eine Linie in Heideggers Denken aufzeigt, die dessen „völkische“ und latent nationalsozialistische Einstellung nicht als Verirrung oder zeitlich bedingte Einstellung bis zu seiner „Kehre“ einschätzt, sondern als einen Wesenszug seiner grundsätzlich antimodernen, im Grunde faschistischen Philosophie herausarbeitet. (Wolfgang Eismann)
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