Rote Juden: Der Jiddisch-Sowjetische Kulturentwurf 1917-1934: 11

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Bol Jiddischsprachige Kulturschaffende, von der Oktoberrevolution 1917 angeregt, glaubten an die Verwirklichung einer sozialistisch-nationalen Utopie in der Sowjetunion. Mit Jiddisch als ihrer Nationalsprache wirkten sie am Aufbau einer im sozialistischen Sinne gerechten Gesellschaft mit. Dieser jiddisch-sowjetische Kulturentwurf war von Transferprozessen, Widersprüchen und Brüchen geprägt.Anhand von drei literarischen Phänomenen zeichnet der Band ein heterogenes Bild vom Wirken jiddischsprachiger Kulturschaffender. Literarische Programme und Manifeste bildeten eine theoretische Grundlage für ihr Projekt. In belletristischen Texten wurde das in den Manifesten Proklamierte umgesetzt. In Übersetzungen und Übersetzungskritik wurden Kulturbegegnung, Differenz und Heterogenität reflektiert.Trotz vom Staat erzwungener Loyalitätsbekundungen blieb die jiddisch-sowjetische Kultur der 1920er Jahre in ihrem Anspruch authentisch, in ihrer Gestalt heterogen und in ihrem Wesen transnational. Damit widerspricht der Band dem vermeintlich homogenen Bild einer sowjetisierten jiddischsprachigen Kultur.

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Jiddischsprachige Kulturschaffende, von der Oktoberrevolution 1917 angeregt, glaubten an die Verwirklichung einer sozialistisch-nationalen Utopie in der Sowjetunion. Mit Jiddisch als ihrer Nationalsprache wirkten sie am Aufbau einer im sozialistischen Sinne gerechten Gesellschaft mit. Dieser jiddisch-sowjetische Kulturentwurf war von Transferprozessen, Widersprüchen und Brüchen geprägt.Anhand von drei literarischen Phänomenen zeichnet der Band ein heterogenes Bild vom Wirken jiddischsprachiger Kulturschaffender. Literarische Programme und Manifeste bildeten eine theoretische Grundlage für ihr Projekt. In belletristischen Texten wurde das in den Manifesten Proklamierte umgesetzt. In Übersetzungen und Übersetzungskritik wurden Kulturbegegnung, Differenz und Heterogenität reflektiert.Trotz vom Staat erzwungener Loyalitätsbekundungen blieb die jiddisch-sowjetische Kultur der 1920er Jahre in ihrem Anspruch authentisch, in ihrer Gestalt heterogen und in ihrem Wesen transnational. Damit widerspricht der Band dem vermeintlich homogenen Bild einer sowjetisierten jiddischsprachigen Kultur.


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Merk Dusseldorf University Press
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  • 9783112213940
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