Rauch
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Beschrijving
Bol
Iwan Turgenews Roman "Rauch" (1867) entfaltet vor der mondänen Kulisse Baden-Badens ein präzises Panorama russischer Exil- und Reisegesellschaft. Im Zentrum steht Grigori Litwinow, dessen Verlobung mit Tatjana durch die Wiederbegegnung mit der faszinierenden Irina erschüttert wird. Aus privater Leidenschaft und öffentlicher Debatte entsteht ein realistischer Gesellschaftsroman, der politische Phrasen, aristokratische Eitelkeit und ideologische Selbsttäuschung gleichermaßen seziert. Turgenews Stil verbindet psychologische Feinheit, ironische Dialogkunst und melancholische Landschaftsprosa. Turgenew, 1818 in Orjol geboren und lange zwischen Russland und Westeuropa lebend, kannte die Spannungen seines Jahrhunderts aus unmittelbarer Erfahrung: Leibeigenschaft, Reformhoffnungen, westlerische Programme, slawophile Gegenentwürfe und die Unsicherheit einer gebildeten russischen Elite. Seine Distanz zur Heimat schärfte seinen Blick für deren Widersprüche. "Rauch" erscheint so als Frucht biographischer Entwurzelung und geistiger Unabhängigkeit. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern eine intellektuelle Diagnose des modernen Russland suchen. "Rauch" zeigt, wie Gefühle, Ideen und gesellschaftliche Rollen ineinander verschwimmen, bis von großen Gewissheiten nur noch Dunst bleibt. Gerade darin liegt seine bleibende Aktualität.
Iwan Turgenews Roman "Rauch" (1867) entfaltet vor der mondänen Kulisse Baden-Badens ein präzises Panorama russischer Exil- und Reisegesellschaft. Im Zentrum steht Grigori Litwinow, dessen Verlobung mit Tatjana durch die Wiederbegegnung mit der faszinierenden Irina erschüttert wird. Aus privater Leidenschaft und öffentlicher Debatte entsteht ein realistischer Gesellschaftsroman, der politische Phrasen, aristokratische Eitelkeit und ideologische Selbsttäuschung gleichermaßen seziert. Turgenews Stil verbindet psychologische Feinheit, ironische Dialogkunst und melancholische Landschaftsprosa. Turgenew, 1818 in Orjol geboren und lange zwischen Russland und Westeuropa lebend, kannte die Spannungen seines Jahrhunderts aus unmittelbarer Erfahrung: Leibeigenschaft, Reformhoffnungen, westlerische Programme, slawophile Gegenentwürfe und die Unsicherheit einer gebildeten russischen Elite. Seine Distanz zur Heimat schärfte seinen Blick für deren Widersprüche. "Rauch" erscheint so als Frucht biographischer Entwurzelung und geistiger Unabhängigkeit. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern eine intellektuelle Diagnose des modernen Russland suchen. "Rauch" zeigt, wie Gefühle, Ideen und gesellschaftliche Rollen ineinander verschwimmen, bis von großen Gewissheiten nur noch Dunst bleibt. Gerade darin liegt seine bleibende Aktualität.