Diagnostik ist eine unabdingbare Grundlage der Arbeit des Jugendamtes. Hilfe kann nur wirksam sein, wenn ihr Bedarf sorgfältig geklärt ist, das bedeutet individuell und ohne jeden Schematismus. Wie findet man Zugang zu Kindern, Jugendlichen und Eltern? Was sind die richtigen Fragen, und wie stellt man sie richtig? Wie geschieht zielgenaue Beobachtung und wie die fachgerechte Interpretation ihrer Ergebnisse? Wie formuliert man die Resultate des diagnostischen Prozesses so, dass sie von den Adressaten verstanden werden? Der Band vermittelt in der notwendigen Verbindung von sozialwissenschaftlichem mit juristischem Fachwissen, wie Fachkräfte Sozialer Arbeit diese Probleme adäquat reflektieren und lösen können. Er entfaltet Kriterien für die Auswahl von Daten, beschreibt Methoden der Informationsgewinnung, bietet Strukturierungsvorschläge für die schriftliche Dokumentation und Fallbeispiele für die praktische Umsetzung. Er begründet, wie der Hilfeplan bei Erziehungsschwierigkeiten und seelischen Behinderungen gestaltet werden kann, und zeigt, wie Stellungnahmen für Gerichte bei Gefährdung des Kindeswohls, bei Scheidung, Adoption und in der Jugendgerichtshilfe abzufassen sind.Die 5. Auflage wurde insbesondere im Hinblick auf die gesetzlichen Änderungen in der Kinder- und Jugendhilfe ("KICK") gründlich überarbeitet und aktualisiert.1. Aufgaben der Diagnostik bei jugendhilferechtlichen Entscheidungen1.1 Die Notwendigkeit diagnostischer Arbeit in der Jugendhilfe1.2 Zu den Zielen und zum Aufbau dieses Buches1.3 Merkmale psychosozialer Diagnostik in der Sozialen Arbeit1.4 Zum Verhältnis von Diagnostik, "Neuer Steuerung" und Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit1.4.1 Dimensionen des Begriffs "Qualität"1.4.2 Qualitätskriterien für psychosoziale Diagnostik1.5 Zur Konstruktion einer falschen Alternative: "Aushandeln" und Diagnostik2. Psychologische Ansätze und Konzepte als Orientierungspunkte der Diagnostik in der Sozialen Arbeit2.1 Aufgaben und Zielsetzungen der Persönlichkeitsentwicklung im gesellschaftlichen Kontext2.1.1 Sozialisationsziele2.1.2 Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen2.2 Erziehungs- und Sozialisationsinstanzen2.3 Die Familie als Basis der Primärsozialisation2.3.1 Zum Wandel des Familienbegriffs2.3.2 Ist Erziehen schwieriger geworden?2.4 Entwicklungsfördernde und entwicklungsbeeinträchtigende Lebensbedingungen2.4.1 Zur Bedeutung moderierender Faktoren2.4.2 Fördernde und beeinträchtigende Bedingungen im Eltern-Kind-Subsystem2.4.3 Fördernde und beeinträchtigende Bedingungen im Ehe- bzw. Partnersubsystem2.4.4 Fördernde und beeinträchtigende Bedingungen im Gesamtsystem Familie2.4.5 Außerfamiliäre Systeme2.4.6 Umwelt2.5 Verhaltensauffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen als Signale für die Jugendhilfe3. Hilfe zur Erziehung3.1 Grundlagen, Anspruchsvoraussetzungen3.2 Die Phasen des Hilfeprozesses3.3 Zur Funktion der sozialarbeiterischen Diagnostik in den einzelnen Phasen des Hilfeprozesse3.3.1 Zielsetzungen und diagnostische Schritte in Phase 1: Problemsichtung und Beratung3.3.2 Zielsetzungen und diagnostische Schritte in Phase 2: Klärung der individuellen Situation und Entscheidung über die Hilfe3.3.3 Fallbeispiel zum Hilfeplan3.3.4 Zielsetzung und diagnostische Schritte in Phase 3: Durchführung der Hilfe und Rückmeldung über den Verlauf3.3.5 Entscheidung über die Fortsetzung oder Beendigung der Maßnahme3.4 Kriterien für die Selbstevaluation der Fachkraft des Jugendamtes4. Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche4.1 Die Planung von Eingliederungshilfen - eine komplexe Aufgabe für das Jugendamt4.2 Was heißt "seelische Behinderung"?4.3 Was heißt "von Behinderung bedroht"?4.4 Hinweise zur Einschätzung eines individuellen Behinderungsrisikos4.5 Welche Störungen können einen Anspruch auf Eingliederungshilfe bedingen?4.6 Charakteristika relevanter Störungsgruppen4.6.1 Körperlich nicht begründbare Psychosen4.6.2 Seelische Störungen als Folge von Krankheiten oder Verletzungen des Gehirns, von Anfallsleiden oder von anderen Krankheiten oder körperlichen Beeinträchtigungen4.6.3 Suchtkrankheiten4.6.4 Neurosen und Persönlichkeitsstörungen4.6.5 Entwicklungsstörungen4.6.6 Bedingungsfaktoren psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen4.7 Zum Verhältnis von Eingliederungshilfe und Hilfe zur Erziehung4.8 Informationsgewinnung bei Eingliederungshilfe4.9 Die Auswahl der Hilfe5. Gefährdung des Wohls von Kindern und Jugendlichen5.1 Grundlagen und Eingriffsvoraussetzungen5.1.1 Der Schutzauftrag der Jugendhilfe nach § 8 a KJHG5.1.2 "Kindeswohl" und "Gefährdung" als Maßgabe staatlichen Handelns5.1.3 Garantenstellung/strafrechtliche Verantwortlichkeit der Fachkraft des Jugendamtes5.1.4 Besonderheiten des diagnostischen Vorgehens5.1.5 Qualitätssicherung5.2 Gewalt in der Familie5.2.1 Körperliche Misshandlung von Kindern5.2.2 Psychische Misshandlung von Kindern5.2.3 Vernachlässigung von Kindern5.2.4 Diagnostik der Gefährdung von Kindern durch Misshandlung und Vernachlässigung5.2.5 Sexueller Missbrauch von Mädchen und Jungen5.3 Hilfen für gefährdete Kinder und ihre Familien5.4 Die Anrufung des Familiengerichts durch das Jugendamt5.4.1 Gesetzliche Grundlagen5.4.2 Inhalte der Mitteilung5.4.3 Aufbau der Mitteilung an das Familiengericht nach § 8 a i.V.m. § 50 KJHG (Anrufung)5.4.4 Beispiel einer Anrufung des Familiengerichts6. Trennung und Scheidung6.1 Auswirkungen von Trennung und Scheidung auf die Entwicklung von Kindern6.1.1 Trennung als belastendes Lebensereignis6.1.2 Verlust eines Elternteils6.1.3 Die psychische Stabilität und die Erziehungsfähigkeit des betreuenden Elternteils6.1.4 Konflikte zwischen den Eltern6.1.5 Ökonomische Belastungen6.1.6 Alter der Kinder6.1.7 Hilfe und Unterstützung durch Soziale Arbeit6.2 Das Sorgerecht6.2.1 Gestaltungsmöglichkeiten6.2.2 Gemeinsame elterliche Sorge6.2.3 Alleinsorge bei Zustimmung des anderen Elternteils6.2.4 Streitige Sorgerechtsregelung6.3 Die Stellungnahme des Jugendamtes6.3.1 Rechtliche und fachliche Begründung der Notwendigkeit der Stellungnahme6.3.2 Vorgehen bei der Informationsgewinnung6.3.3 Kriterien für die Stellungnahme des Jugendamtes6.3.4 Aufbau der Stellungnahme6.3.5 Fallbeispiel zur Stellungnahme des Jugendamtes7. Adoption7.1 Die "Annahme als Kind" als Maßnahme der Förderung des Kindeswohls7.2 Analyse und Erfassung der Persönlichkeit des Kindes und des prospektiven Lebensraumes7.3 Der Aufbau des Adoptionsberichts an das Vormundschaftsgericht8. Mitwirkung im jugendgerichtlichen Verfahren8.1 Die Aufgabenstellung der Jugendgerichtshilfe (JGH)8.2 Delinquentes Verhalten Jugendlicher aus sozialwissenschaftlicher Sicht8.2.1 Definitionen8.2.2 Häufigkeiten von Delikten8.2.3 Erklärungsansätze und Forschungsbefunde zur Entstehung delinquenten Verhaltens im Jugendalter8.2.4 Maßnahmen bei delinquentem Verhalten Jugendlicher und junger Volljähriger8.3 Diagnostische Tätigkeiten der Jugendgerichtshilfe8.4 Der Bericht der Jugendgerichtshilfe: Inhalt und Aufbau8.4.1 Grundsätzliche Überlegungen zum Inhalt des Jugendgerichtshilfeberichts8.4.2 Aufbau des Jugendgerichtshilfeberichts
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