Nacht und Tag
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Virginia Woolfs "Nacht und Tag" entfaltet im London der edwardianischen Gesellschaft ein vielstimmiges Geflecht aus Liebe, Ehe, Berufung und weiblicher Selbstbestimmung. Im Zentrum stehen Katharine Hilbery, Erbin einer literarisch verehrten Familie, und Mary Datchet, engagierte Suffragistin; ihre Lebensentwürfe spiegeln die Spannungen zwischen Konvention und innerer Wahrheit. Noch stärker erzählerisch traditionell als Woolfs spätere Romane, verbindet das Buch Gesellschaftsroman, psychologische Feinzeichnung und ironische Dialogkunst mit bereits erkennbarer modernistischer Sensibilität. Virginia Woolf, 1882 in eine gebildete viktorianische Familie hineingeboren, kannte die Last literarischer Ahnen ebenso wie die intellektuellen Freiräume der Bloomsbury Group. Ihre Erfahrungen mit Bildung, Geschlechterrollen, familiärer Erwartung und der Frage nach weiblicher Autorschaft prägen diesen Roman sichtbar. "Nacht und Tag" entstand vor den radikalen Experimenten von "Mrs Dalloway" und "Zum Leuchtturm", zeigt jedoch bereits Woolfs besonderes Interesse an Bewusstsein, Gespräch und den verborgenen Ordnungen des Alltags. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Woolfs Entwicklung zur großen Modernistin nachvollziehen möchten, ohne auf die erzählerische Klarheit des klassischen Romans zu verzichten. Es ist eine feinsinnige Studie über Wahlfreiheit, Liebe und geistige Unabhängigkeit - zurückhaltend im Ton, doch nachhaltig in seiner Erkenntniskraft.
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Virginia Woolfs "Nacht und Tag" entfaltet im London der edwardianischen Gesellschaft ein vielstimmiges Geflecht aus Liebe, Ehe, Berufung und weiblicher Selbstbestimmung. Im Zentrum stehen Katharine Hilbery, Erbin einer literarisch verehrten Familie, und Mary Datchet, engagierte Suffragistin; ihre Lebensentwürfe spiegeln die Spannungen zwischen Konvention und innerer Wahrheit. Noch stärker erzählerisch traditionell als Woolfs spätere Romane, verbindet das Buch Gesellschaftsroman, psychologische Feinzeichnung und ironische Dialogkunst mit bereits erkennbarer modernistischer Sensibilität. Virginia Woolf, 1882 in eine gebildete viktorianische Familie hineingeboren, kannte die Last literarischer Ahnen ebenso wie die intellektuellen Freiräume der Bloomsbury Group. Ihre Erfahrungen mit Bildung, Geschlechterrollen, familiärer Erwartung und der Frage nach weiblicher Autorschaft prägen diesen Roman sichtbar. "Nacht und Tag" entstand vor den radikalen Experimenten von "Mrs Dalloway" und "Zum Leuchtturm", zeigt jedoch bereits Woolfs besonderes Interesse an Bewusstsein, Gespräch und den verborgenen Ordnungen des Alltags. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Woolfs Entwicklung zur großen Modernistin nachvollziehen möchten, ohne auf die erzählerische Klarheit des klassischen Romans zu verzichten. Es ist eine feinsinnige Studie über Wahlfreiheit, Liebe und geistige Unabhängigkeit - zurückhaltend im Ton, doch nachhaltig in seiner Erkenntniskraft.
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