Im Gegensatz zur Matthäus-Passion hat Bach bei der Johannes-Passion immer wieder Teile geändert und ergänzt, aber dennoch offenbar nie zu einer endgültigen Fassung gefunden. Dabei haben vor allem die früher entstandenen Teile ihren Reiz: Weniger erhaben im Tonfall, dafür spontaner, eckiger, intimer. "In ihrem intimeren Tonfall schien uns die zweite Fassung der Johannespassion von 1725 ideal für eine Aufnahme, die ohne Dirigent ganz aus dem Innenleben der musikalischen Linien heraus gesteuert wird, aus dem Hören aufeinander, im Geben und Nehmen spontaner Ideen." Soweit das Ensemble Wunderkammer, das seinem Namen durchaus gerecht wird und selbst bei Bach immer noch Unerhörtes findet.
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