Susie King Taylors "Erinnerungen an mein Leben im Camp" ist ein außergewöhnliches Zeugnis des amerikanischen Bürgerkriegs aus der Perspektive einer ehemals versklavten afroamerikanischen Frau. In klarer, nüchterner und zugleich eindringlicher Prosa schildert Taylor ihren Alltag als Lehrerin, Krankenschwester und Begleiterin eines Regiments schwarzer Soldaten. Das Werk verbindet Autobiografie, Kriegsbericht und Erinnerungsliteratur und erweitert den literarischen Kontext der Bürgerkriegsdarstellungen um eine lange marginalisierte Stimme. Taylor wurde 1848 in Georgia in die Sklaverei geboren, erlangte Bildung trotz gesetzlicher Verbote und floh während des Krieges in die von der Union kontrollierten Gebiete. Ihre Erfahrungen bei den First South Carolina Volunteers, später dem 33. Regiment der United States Colored Troops, prägten ihren Blick auf Freiheit, Dienst, Rassismus und staatsbürgerliche Würde. Aus persönlicher Erinnerung formte sie ein historisches Dokument von bemerkenswerter moralischer Autorität. Dieses Buch ist allen zu empfehlen, die Geschichte nicht nur als Abfolge militärischer Ereignisse, sondern als gelebte Erfahrung verstehen wollen. Taylors Erinnerungen eröffnen einen unverzichtbaren Zugang zu afroamerikanischer Selbstbehauptung, weiblicher Kriegsarbeit und dem unvollendeten Versprechen der Emanzipation.
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