Else von der Tanne: Historischer Roman
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In "Else von der Tanne" gestaltet Wilhelm Raabe eine historische Erzählung aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, in der private Schicksale und kollektive Verwüstung untrennbar ineinandergreifen. Die Titelfigur steht im Spannungsfeld von Waldabgeschiedenheit, bedrohtem Hausfrieden und einer Welt, deren religiöse und militärische Ordnungen zerfallen. Raabes Stil verbindet poetisch dichte Naturbilder, volkstümliche Legendenanklänge und realistische Nüchternheit; so gehört das Werk in den Kontext des deutschen poetischen Realismus, der Geschichte nicht als Kulisse, sondern als moralischen Prüfungsraum begreift. Wilhelm Raabe (1831-1910), einer der eigenwilligsten Erzähler des 19. Jahrhunderts, schöpfte aus genauer Kenntnis niedersächsischer Landschaften, historischer Überlieferungen und bürgerlicher Krisenerfahrungen. Seine Skepsis gegenüber Fortschrittsgewissheit, sein Sinn für Außenseiterfiguren und sein Interesse an den langen Nachwirkungen historischer Gewalt prägen auch diese Erzählung. Raabes biographische Verwurzelung im mitteldeutschen Raum und seine literarische Distanz zu heroischer Geschichtsschreibung erklären den leisen, doch eindringlichen Ton des Buches. Empfohlen sei "Else von der Tanne" Leserinnen und Lesern, die historische Prosa nicht als bloße Unterhaltung, sondern als dichterische Erkenntnisform schätzen. Das Werk bietet eine konzentrierte Begegnung mit Raabes Kunst: menschlich, sprachbewusst, geschichtssensibel und von einer Melancholie, die bis heute nachwirkt.
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In "Else von der Tanne" gestaltet Wilhelm Raabe eine historische Erzählung aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, in der private Schicksale und kollektive Verwüstung untrennbar ineinandergreifen. Die Titelfigur steht im Spannungsfeld von Waldabgeschiedenheit, bedrohtem Hausfrieden und einer Welt, deren religiöse und militärische Ordnungen zerfallen. Raabes Stil verbindet poetisch dichte Naturbilder, volkstümliche Legendenanklänge und realistische Nüchternheit; so gehört das Werk in den Kontext des deutschen poetischen Realismus, der Geschichte nicht als Kulisse, sondern als moralischen Prüfungsraum begreift. Wilhelm Raabe (1831-1910), einer der eigenwilligsten Erzähler des 19. Jahrhunderts, schöpfte aus genauer Kenntnis niedersächsischer Landschaften, historischer Überlieferungen und bürgerlicher Krisenerfahrungen. Seine Skepsis gegenüber Fortschrittsgewissheit, sein Sinn für Außenseiterfiguren und sein Interesse an den langen Nachwirkungen historischer Gewalt prägen auch diese Erzählung. Raabes biographische Verwurzelung im mitteldeutschen Raum und seine literarische Distanz zu heroischer Geschichtsschreibung erklären den leisen, doch eindringlichen Ton des Buches. Empfohlen sei "Else von der Tanne" Leserinnen und Lesern, die historische Prosa nicht als bloße Unterhaltung, sondern als dichterische Erkenntnisform schätzen. Das Werk bietet eine konzentrierte Begegnung mit Raabes Kunst: menschlich, sprachbewusst, geschichtssensibel und von einer Melancholie, die bis heute nachwirkt.
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