Ein Sommer, der bleibt

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Bol CD1: 1 Das Dorf meiner Kindheit. 2 Vor der Haustür der Tag. 3 Das Licht im Dorf und die Vielfalt der Welt. 4 Ich bin im Juni geboren. 5 Als ich sechs war. 6 In der Schule. 7 Der Blick aus dem Fenster. 8 An die Diefebach. 9 Flüchtlingsfamiliengemeinschaftswohnungen. 10 Nach Gelnhausen. 11 Ein böhmischer Weihnachtsbaum. 12 Vor dem Schaufenster. 13 Am Anfang des Sommers. 14 Baden an der Lahn. 15 Durst. CD2: 1 Kalte Fleischwurst. 2 Mein Hund Rolf. 3 Die amtliche Hundesteuer. 4 Weite Wege. 5 Das verschwundene Tal. 6 Sichtblenden. 7 Ameisenhochzeiten. 8 Die Autobahn. 9 Billige Markenbutter. 10 Einkaufsfahrten. 11 Vom Feld auf die Hütt und zehn Jahre eher sterben. 12 Die alten Leute im Dorf. 12 Am Hoftor. 13 Die Amis. 14 Im Teufelslustgärtchen. 15 Fußgängerzone. 16 Ami-Zahltag. CD3: 1 Keine Kirche im Dorf. 2 Die Kirche von innen auffressen. 3 Maiandachten. 4 Flüchtlingsbaracken und Behelfsheime. 5 Das Mohnmühlchen. 6 Das Mehlsäckchen. 7 Hypnotisieren lernen. 8 Afrika. 9 Schwarzwaldhaus. 10 Das rote Zauberglas. 11 Rex-Filmtheater Lollar. 12 Das erste Auto im Dorf. 13 Vom Klempner zum Gastwirt. 14 Flüchtlingswärmflaschen. 15 Das verlorene Taschenmesser. CD4: 1 Für meinen Vater ein Rezept. 2 Auf dem Heimweg. 3 Straßenlampen. 4 Die Theaterschneiderin. 5 Der Bücherbus. 6 Die Bücher im Dorf. 7 Bücher, die ein Leben lang reichen. 8 Schlittenfahrten. 9 Waschtage. 10 Strohsäcke. 11 Amipritschen und Heuwagen. 12 Die Dreschmaschine.Das Dorf Staufenberg im Landkreis Gießen liegt auf einer Felskuppe. Hoch oben die alte Burg. Wenn der böhmische Flüchtlingsjunge Peter vom Turm ins Tal blickt, kommt ihm das wogende Korn vor wie das Meer, das er nicht kennt, sich aber immer wieder vorstellen muss, und die Flugameisen, die nur hier und nur an wenigen, Jahr für Jahr wiederkehrenden Tagen Hochzeit feiern, erzählen ihm vom Sommer, der kommt. Er sieht die Menschen im Dorf, von denen er nun selbst einer ist, und er sieht all die Wege, die vom Dorf wegführen: in die Weite des Tals vor dem Autobahnbau, zur Lahn und den Lahnwiesen, wo er mit den anderen Kindern spielt und einmal fast sein Taschenmesser verliert, zur Mühle, wo er mit seiner Mutter um ein Säckchen Mehl bittet, zum Rex-Filmtheater Lollar und zur Buderus-Hütt, dem großen Eisenwerk, nach Gießen zum Papierwarenhändler und zum Teufelslustgärtchen, und nicht zuletzt nach Frankfurt, wohin er später mit seinem Freund Eckart in den großen glitzernden Amischlitten der GIs trampt. So fügt sich ein Kaleidoskop an Geschichten zu einem detailreichen Bild von Nachkriegsdeutschland und früher Bundesrepublik.'Vergleichbar der improvisierten Vortragskunst der legendären schwarzen Bluessänger, die er in den 60er Jahren in hessischen Army-Clubs gehört hat, gerät Peter Kurzeck aus dem Gespräch mit Klaus Sander heraus ins Erzählen und findet so zu einer neuen Form des Romans: ein Text, der erst während der Rede, während der Aufnahme entsteht, ohne Buchvorlage oder Manuskript ­ eine Beschwörung. So entspinnt sich aus einer Kindheit im Dorf Staufenberg ein exemplarisches Leben, in dem schließlich die Kunst der Erinnerung in eins fällt mit der Kunst der Literatur.'Mit "Ein Sommer, der bleibt" erprobt supposé sein mit Wissenschaftlern und Philosophen erfolgreich entwickeltes Produktionsverfahren der freien Erzählung erstmals auch im Bereich der Literatur.

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  • 9783932513855
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