Die Vaterlandslosen

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Bol In "Die Vaterlandslosen" gestaltet Herman Bang das Motiv der Entwurzelung als modernes europäisches Schicksal: Menschen bewegen sich durch Hotels, Salons, Bahnhöfe und Bühnen, ohne in einer Nation, einer Familie oder einer gesicherten Identität heimisch zu werden. Der Roman steht im Kontext des Fin de Siècle und der impressionistischen Prosa, für die Bang berühmt wurde: Andeutungen, Dialogsplitter, szenische Momentaufnahmen und psychologisch präzise Gesten ersetzen ausführliche Erklärungen. So entsteht ein leiser, melancholischer Text über Zugehörigkeit, gesellschaftliche Masken und die Brüchigkeit patriotischer Gewissheiten. Herman Bang (1857-1912), dänischer Schriftsteller, Journalist und Theaterkritiker, kannte das Gefühl der Fremdheit aus biographischer Nähe. Aufgewachsen im Schatten der dänischen Niederlage von 1864 und geprägt von Reisen, öffentlicher Beobachtung und eigener gesellschaftlicher Außenseiterstellung, entwickelte er eine Literatur der Verletzlichkeit. Seine Figuren sind häufig Menschen am Rand: Künstler, Frauen, Kranke, Liebende, die an Konventionen scheitern. "Die Vaterlandslosen" bündelt diese Erfahrungen zu einer Reflexion über Heimatverlust und moderne Mobilität. Empfohlen sei dieses Buch allen, die skandinavische Moderne, psychologische Erzählkunst und die Vorgeschichte europäischer Identitätskrisen verstehen möchten. Bangs Roman wirkt nicht durch dramatische Thesen, sondern durch feine Wahrnehmung: Er macht spürbar, wie Einsamkeit gesellschaftlich erzeugt wird. Gerade deshalb bleibt "Die Vaterlandslosen" ein eindringliches, kluges und überraschend gegenwärtiges Werk.

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In "Die Vaterlandslosen" gestaltet Herman Bang das Motiv der Entwurzelung als modernes europäisches Schicksal: Menschen bewegen sich durch Hotels, Salons, Bahnhöfe und Bühnen, ohne in einer Nation, einer Familie oder einer gesicherten Identität heimisch zu werden. Der Roman steht im Kontext des Fin de Siècle und der impressionistischen Prosa, für die Bang berühmt wurde: Andeutungen, Dialogsplitter, szenische Momentaufnahmen und psychologisch präzise Gesten ersetzen ausführliche Erklärungen. So entsteht ein leiser, melancholischer Text über Zugehörigkeit, gesellschaftliche Masken und die Brüchigkeit patriotischer Gewissheiten. Herman Bang (1857-1912), dänischer Schriftsteller, Journalist und Theaterkritiker, kannte das Gefühl der Fremdheit aus biographischer Nähe. Aufgewachsen im Schatten der dänischen Niederlage von 1864 und geprägt von Reisen, öffentlicher Beobachtung und eigener gesellschaftlicher Außenseiterstellung, entwickelte er eine Literatur der Verletzlichkeit. Seine Figuren sind häufig Menschen am Rand: Künstler, Frauen, Kranke, Liebende, die an Konventionen scheitern. "Die Vaterlandslosen" bündelt diese Erfahrungen zu einer Reflexion über Heimatverlust und moderne Mobilität. Empfohlen sei dieses Buch allen, die skandinavische Moderne, psychologische Erzählkunst und die Vorgeschichte europäischer Identitätskrisen verstehen möchten. Bangs Roman wirkt nicht durch dramatische Thesen, sondern durch feine Wahrnehmung: Er macht spürbar, wie Einsamkeit gesellschaftlich erzeugt wird. Gerade deshalb bleibt "Die Vaterlandslosen" ein eindringliches, kluges und überraschend gegenwärtiges Werk.


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  • 9788028399924
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