Irgendwas stimmt mit dem Menschen in den “zivilisierten” Gesellschaften nicht. Er führt zerstörerische Kriege, tötet für seine Ideologien, vernichtet seinen Lebensraum. Er arbeitet sich in den seelischen Ruin, konsumiert ohne Sinn und Verstand und erreicht doch selten einen Zustand dauerhafter innerer Zufriedenheit. Bis heute herrscht die Auffassung vor, dass der Mensch im Allgemeinen oder im Speziellen einfach von Natur aus (selbst-)zerstörerische Neigungen hat. Jeder Einzelne müsste seinen Verstand benutzen, um das Monster in sich zu bezwingen und ein halbwegs friedliches Zusammenleben zu ermöglichen. Doch vielleicht ist dies ein elementares Fehlverständnis der menschlichen Natur? Was, wenn wir unsere Gier, unsere Frustration, unseren Hass, unsere Ängste, unsere Unzufriedenheit selbst erzeugen? Wenn wir sie provozieren, weil wir ständig anders sein wollen als wir eigentlich sind? Wenn unser ärgster Feind nicht unsere Neigungen, sondern unsere Werte und Selbstansprüche sind? Genau diese Behauptung stellt dieses Buch auf. Der Ausgangspunkt von „Die Rebellion der inneren Kinder“ ist die Auffassung, dass wir in den hochzivilisierten Gesellschaften nicht mehr lernen, uns selbst als die sozialen und wertvollen Wesen zu sehen, die wir im Kern eigentlich sind. Im Anschluss an verschiedene psychologische und philosophische Schriften und Konzepte versuche ich, die gegenwärtige Gesellschaft und ihre Probleme tiefenpsychologisch zu analysieren. Dabei beschäftige ich mich u. a. mit Narzissmus, Beschleunigung, ideologischem Extremismus und psychischen Störungen und schneide Themen wie Liebe, Moral und Politik an. Letzten Endes möchte ich darauf hinaus, dass der vielversprechendste Weg, um individuelles und soziales Leid zu vermeiden, die Liebe zu sich selbst ist. Wir alle können einen Beitrag zu einer “besseren” Welt leisten. Nicht, indem wir gegen andere Menschen oder die Umstände kämpfen, sondern indem wir uns fördern, unterstützen und bestätigen und dann darauf vertrauen, dass wir konstruktiv in die Welt einfließen.
Bol PartnerWarum nur verhalten wir Menschen uns oft so zerstörerisch? Warum konsumieren wir so exzessiv und interessieren uns so wenig für die Schäden, die wir damit anrichten? Warum nehmen wir Armut, Ausgrenzung und soziale Ungerechtigkeit so unberührt hin, solange sie uns nicht selbst betreffen? Warum sind unsere sozialen Beziehungen so häufig geprägt von Manipulationen und Machtkämpfen? Liegt das einfach in der Natur des Menschen?Dieses Buch sagt: Nein. In unseren Gesellschaften tobt ein unsichtbarer Aufstand - die Rebellion der inneren Kinder. Tiefgreifende Konflikte zwischen Gefühl und Verstand bestimmen den Menschen und sein Zusammenleben. Um die vielen ökologischen und sozialen Probleme der Gegenwart nachhaltig lösen zu können, sollten wir uns zuallererst mit uns selbst versöhnen.
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