Während unserer Ausbildung zur Pflegekraft und bei Antritt unserer ersten Stelle geben wir alle unbewusst dasselbe Versprechen ab: trotz aller Widrigkeiten zu pflegen und zu betreuen, ungeachtet der Überzeugungen der Patienten, ihrer Religion, ihres Charakters und ihrer Stimmungsschwankungen. Alle Menschen unvoreingenommen und ohne Bevorzugung zu versorgen. Allen den Trost zu spenden, den sie brauchen, ungeachtet ihrer Hygiene, ihres Durchfalls und ihres Erbrechens, und dabei unsere eigenen Hemmungen, unseren Ekel und unsere Ängste zu überwinden. Aber reichen unsere guten Vorsätze aus? Was ist, wenn unsere Sinne mit voller Wucht konfrontiert werden? Wenn uns der Geruch so sehr erstickt, dass wir nicht mehr sprechen können? Sind wir dann immer noch so gerecht und hilfsbereit, wie wir es uns versprochen hatten? Und sind wir bereit, das einzugestehen?
AmazonPages: 52, Paperback, Verlag Unser Wissen
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