"The African Grammar of Peace" untersucht Regierungsführung und Konfliktlösung in Afrika anhand dekolonialer und afrikanisch-feministischer Erkenntnistheorien. Das Buch argumentiert, dass koloniale Institutionen eurozentrische, patriarchalische Rahmenbedingungen auferlegt hätten, die endogenes Wissen an den Rand drängten und Frauen aus einflussreichen vorkolonialen Rollen als Königinnenmütter, Händlerinnen und Vermittlerinnen verdrängten. Das Buch entwickelt das Konzept des "kolonialen Friedens" und zeigt auf, wie internationale Modelle der Friedensförderung - liberaler Frieden, DDR, Wahlen - westliche technische Vorlagen gegenüber lokalen Praktiken wie dem Palaver-Baum, Ubuntu und Ritualen wie Gacaca und Mato Oput privilegieren . Unter Rückgriff auf Quijano, Mignolo, Oyewumi und Tamale untersucht das Buch hybride Regierungsformen: mal emanzipatorisch (Wajir Peace Group, Gacaca-Gerichte), mal die Herrschaft reproduzierend (Kooptierung durch das Gewohnheitsrecht in Kivu, Scharia in Nigeria). In den abschließenden Kapiteln wird eine situative Demokratisierung vorgeschlagen, die auf relationaler Legitimität, pluralistischen normativen Ordnungen und gemeinschaftszentrierter Verantwortung basiert und in einer afrikanischen Friedensgrammatik gipfelt, die subalterne Stimmen und endogene politische Kreativität als Grundlagen für eine inklusive afrikanische Regierungsführung in den Mittelpunkt stellt.
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