Dieses Dokument befasst sich mit dem Deindustrialisierungsprozess in Kolumbien im Zeitraum von 1965 bis 2012 und versucht, zwischen "langfristigen Trends" (normal) und Faktoren zu unterscheiden, die diesen Prozess infolge des "Dutch Disease"-Phänomens beschleunigt haben. Es handelt sich um einen Fall beschleunigter Deindustrialisierung, bei dem das Verhältnis von industrieller Wertschöpfung zum BIP von fast 25 % Mitte der 1970er Jahre auf 20-22 % in den 1980er Jahren gesunken ist und heute nur noch 12 % beträgt. Diese Deindustrialisierung wurde in Zusammenhang gebracht mit: i) strukturellen Schwierigkeiten bei der Bereitstellung grundlegender Dienstleistungen (Energie, Telekommunikation, Straßen) und ii) den Auswirkungen des Energie- und Bergbaubooms, begleitet von hohen Arbeitskosten und einer rasanten Aufwertung des Wechselkurses, was die "Dutch-Disease"-Hypothese stützt. Ökonometrisch gesehen stützt das VEC-Modell die DD-Hypothese für den Zeitraum 1970-2010 im Vergleich zur Alternativhypothese einer "säkularen" Deindustrialisierung. Dies wird üblicherweise mit der Expansion des Dienstleistungssektors (aufgrund relativer Produktivitätsgewinne und "Modernisierung") sowie dem Entwicklungsstand (Anstieg des BIP pro Kopf) erklärt, die typischerweise mit den Industrieländern in Verbindung gebracht werden.
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