De Gruyter Oldenbourg Political Medievalism Boek

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Bol Referenzen auf Mittelalterliches spielen in verschiedenen extrem rechten Kontexten und Bewegungen eine wichtige Rolle: als imaginierte Vergangenheit, in der Macht- und Geschlechterverhaltnisse, kulturelle und ethnische Homogenitat und das gute Landleben einen positiven Gegenentwurf zur Gegenwart bilden. Diese nostalgischen und kulturpessimistischen Entwurfe haben gemeinsam, dass die scheinbar ferne, fremde Vergangenheit in den Dienst einer fundamentalen Gegenwartskritik gestellt wird. Gerade weil „das Mittelalter" der Moderne so fremd zu sein scheint, eignet es sich als Resonanzraum fur Praktiken und Deutungen, die gegen die Gegenwart gerichtet sind. Im vorliegenden Band geht es nicht darum, diese Imaginationen mit den Ergebnissen der „richtigen" Mittelalterforschung zu kontrastieren. Vielmehr zeigt sich in den international angelegten Beitragen, wie stark gegenwartige geschichtsrevisionistische Narrative von nationalhistorischen Ideologemen des 19. Jahrhunderts abhangig sind und deswegen nicht nur um ihrer selbst willen analysiert werden sollten. Diese Beobachtung eroffnet die Perspektive auf eine Neureflexion der wissenschaftlichen Praxis der Mittelalterforschung und auf die Bedeutung, die bis in die Gegenwart hinein Weichenstellungen und Paradigmen des hypernationalistischen 19. und fruheren 20. Jahrhunderts fur die historischen Kulturwissenschaften zum Mittelalter besitzen.

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Referenzen auf Mittelalterliches spielen in verschiedenen extrem rechten Kontexten und Bewegungen eine wichtige Rolle: als imaginierte Vergangenheit, in der Macht- und Geschlechterverhaltnisse, kulturelle und ethnische Homogenitat und das gute Landleben einen positiven Gegenentwurf zur Gegenwart bilden. Diese nostalgischen und kulturpessimistischen Entwurfe haben gemeinsam, dass die scheinbar ferne, fremde Vergangenheit in den Dienst einer fundamentalen Gegenwartskritik gestellt wird. Gerade weil „das Mittelalter" der Moderne so fremd zu sein scheint, eignet es sich als Resonanzraum fur Praktiken und Deutungen, die gegen die Gegenwart gerichtet sind. Im vorliegenden Band geht es nicht darum, diese Imaginationen mit den Ergebnissen der „richtigen" Mittelalterforschung zu kontrastieren. Vielmehr zeigt sich in den international angelegten Beitragen, wie stark gegenwartige geschichtsrevisionistische Narrative von nationalhistorischen Ideologemen des 19. Jahrhunderts abhangig sind und deswegen nicht nur um ihrer selbst willen analysiert werden sollten. Diese Beobachtung eroffnet die Perspektive auf eine Neureflexion der wissenschaftlichen Praxis der Mittelalterforschung und auf die Bedeutung, die bis in die Gegenwart hinein Weichenstellungen und Paradigmen des hypernationalistischen 19. und fruheren 20. Jahrhunderts fur die historischen Kulturwissenschaften zum Mittelalter besitzen.


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  • 9783112236536
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