Eine Klasse-III-Malokklusion ist durch eine mesiale Stellung des Unterkieferbogens gegenüber dem Oberkieferbogen gekennzeichnet und kann durch einen Oberkieferdefizit, einen Unterkieferprognathismus oder eine Kombination aus beidem entstehen. Sie lässt sich in eine skelettale, eine dentale oder eine funktionelle Form (Pseudo-Klasse III) einteilen. Zu den klinischen Merkmalen gehören häufig ein anteriorer Kreuzbiss, ein konkaves Gesichtsprofil und ein umgekehrter Überbiss. Die Diagnose umfasst eine klinische Untersuchung, die Beurteilung der Diskrepanz zwischen zentrischer Relation und zentrischer Okklusion sowie eine kephalometrische Analyse unter Verwendung von Parametern wie dem ANB-Winkel, SNA, SNB und der Wits-Bewertung. Eine frühzeitige Intervention ist entscheidend, insbesondere bei Patienten im Wachstum mit Oberkieferdefizit, bei denen eine Gesichtsmaskenbehandlung in Kombination mit einer schnellen Oberkiefererweiterung das Vorwärtswachstum des Oberkiefers anregen kann. Leichte Fälle bei Jugendlichen und Erwachsenen können durch kieferorthopädische Camouflage unter Verwendung von Klasse-III-Elastiken und selektiven Extraktionen behandelt werden, während schwere skelettale Diskrepanzen häufig eine kombinierte kieferorthopädische und orthognathische chirurgische Behandlung erfordern.
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