Neuralrohrdefekte gehören zu den häufigsten Fehlbildungen beim Menschen. Sie entstehen dadurch, dass sich das Neuralrohr während der embryonalen Entwicklung nicht ordnungsgemäß schließt. Ihre Ätiologie weist eine starke genetische Komponente auf. Die Prävalenz variiert je nach geografischer Lage, ethnischer Zugehörigkeit, sozioökonomischem Status, Geschlecht, Alter der Mutter, Parität, Ernährungsmängeln, beruflicher Exposition, Infektionskrankheiten, Hyperthermie, Stress, Schwangerschaftsdiabetes usw. Eine gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung helfen dabei, eine korrekte Diagnose zu stellen. Unbehandelte Neuralrohrdefekte können zu einem vorzeitigen Verschluss einiger Schädelnähte, insbesondere der Koronalnähte, führen, da sie den intrakraniellen Druck und die Pulsationen verringern, die für die Stimulierung eines normalen Wachstums von Gehirn und Schädel notwendig sind. Der Oberkiefer ist bei diesen Syndromen in der Regel zu klein, was zu einer Zahnengstellung führt. Diese Patienten benötigen daher möglicherweise eine kieferorthopädische Behandlung und eine Vorverlagerung des Mittelgesichts. Ein Kieferorthopäde kann bei der kephalometrischen Untersuchung leicht auf geringfügige Fehlbildungen der Sella turcica stoßen und hat die Möglichkeit, sich in einem wachsenden Bereich der klinischen Versorgung zu engagieren.
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